Ein schönes neues Schmuckstück anzulegen ist ein Vergnügen, das nie alt wird. Wenn Sie es dann aber wieder abnehmen und feststellen, dass sich Ihre Haut seltsam grünlich verfärbt hat, kann das – gelinde gesagt – beunruhigend sein. Oder hat Ihr neuestes funkelndes Schmuckstück Ihre Haut trocken, juckend oder geschwollen werden lassen? Eine solche Hautreaktion ist nicht nur unangenehm, sondern auch ganz sicher nicht der letzte Schrei dieser Saison! Schauen wir uns also an, was diese Reaktionen auslöst und wie Sie sie vermeiden können.
Eine Schmuckallergie erkennen
Die grünliche Verfärbung ist eigentlich keine Metallallergie, sondern das Ergebnis einer chemischen Reaktion (Oxidation) zwischen dem Metall und den Säuren auf Ihrer Haut oder in einem Hautpflegeprodukt, das Sie verwendet haben. Aus dermatologischer Sicht ist sie kein wirklicher Grund zur Sorge, auch wenn Ihnen der Anblick vielleicht nicht gefällt. Sie kann jedoch zusammen mit einer allergischen Reaktion auftreten.
Wird Ihre Haut trocken und schuppig oder zeigt sich ein roter Ausschlag, leiden Sie wahrscheinlich unter einer allergischen Reaktion, der sogenannten Kontaktdermatitis. Diese ekzemartige allergische Reaktion kann jucken oder schmerzen. Sie kann auch verkrusten oder sogar Blasen bilden. Am häufigsten tritt sie an den Ohrläppchen auf, da die Haut hier meist empfindlicher ist. Auch nachdem Sie den Schmuck abgelegt haben, dauert es sehr wahrscheinlich eine Weile, bis die Reaktion abklingt. Eine vom Arzt verschriebene Kortisonsalbe hilft bei der Behandlung.
Was löst die allergische Reaktion aus?
Am wahrscheinlichsten handelt es sich um eine Reaktion auf Nickel, Chrom, Kupfer oder Kobalt – allesamt Metalle, die häufig in den Legierungen für die Schmuckherstellung enthalten sind. Diese Metalllegierungen finden sich auch in Reißverschlüssen, Haarnadeln, Münzen und anderen Alltagsgegenständen aus Metall. Auch Lederschmuck kann allergische Reaktionen hervorrufen. Manchmal tritt die Reaktion verzögert auf. „Man trägt es am Freitagabend, und am Dienstag fängt es an zu jucken“, sagt Dr. David Cohen von der New York University School of Medicine.
Nickelallergien
Nickel steckt in vielen Metalllegierungen, darunter auch Silber, und ist die Ursache der meisten Metallallergien: Fast 20 % aller Menschen entwickeln im Laufe ihres Lebens irgendwann eine Nickelallergie. Nickel kann auch zur Herstellung von Weißgold verwendet werden.
Kobaltallergien
Kobalt macht Schmuck stabiler und strapazierfähiger. Kobaltlegierungen werden in vielen Schmuckstücken verwendet, häufig in dunkleren Metallen.
Kupferallergien
Silber allein ist zu weich, um daraus Schmuck herzustellen: Mit einem anderen Metall zu einer Legierung verbunden, ist es deutlich stabiler. Die beliebteste Legierung ist Sterlingsilber, das aus 92,5 % Silber und 7,5 % Kupfer besteht. Wenn Sie allergisch auf Kupfer reagieren, können Sie sich für Sterlingsilberschmuck entscheiden, der mit reinem Silber überzogen ist.
Kupfer wird für Roségold verwendet: Der charakteristische Kupferton der Legierung verleiht dem Gold seinen schönen rosa Schimmer. Roségold enthält typischerweise etwa 21 % Kupfer. Wenn Sie vermuten, allergisch auf Kupfer zu reagieren, meiden Sie am besten Roségold sowie alles, was nach Bronze oder Messing aussieht, da beide Kupfer enthalten.

Roségoldschmuck
Reaktionen auf Leder
Bei der Ledergerbung wird unter anderem Chrom verwendet, das bei empfindlicher Haut eine Reaktion auslösen kann. Greifen Sie zu pflanzlich gegerbtem Leder, wenn herkömmliches Leder Ihre Haut reizt.
Piercings und Allergien
Allergien im Bereich von Piercings können an jeder Stelle des Körpers auftreten; meist handelt es sich um Nickelallergien. Frisch gestochene Haut reagiert laut Dr. David Cohen am ehesten auf Nickel. Für das Stechen sollte Metall in chirurgischer Qualität verwendet werden: Edelstahl oder Gold mit 14 bzw. 18 Karat.
Bedenken Sie, dass sich eine allergische Reaktion mitunter schwer von einer Infektion unterscheiden lässt, da die Symptome ähnlich sein können. Lassen Sie am besten von einem Arzt klären, ob es sich um eine Infektion handelt, anstatt vorschnell von einer Allergie auszugehen. Cohen sagt: „Meist werden Rötung, Schwellung, Juckreiz und Brennen beklagt. Wenn das auf die üblichen Infektionsbehandlungen nicht anspricht und weiter anhält, besteht der Verdacht auf eine Allergie.“
So vermeiden Sie allergische Reaktionen auf Schmuck
Am besten vermeiden Sie eine allergische Reaktion, indem Sie Ihren Schmuck sorgfältig auswählen. Tragen Sie nur Schmuck aus 925er Sterlingsilber (achten Sie auf die Punze „925“) oder mindestens aus 14 Karat Gold – das kann allerdings teuer werden!
Gold ist in reinster Form ein sehr weiches Metall und wird deshalb mit Metalllegierungen gefestigt. Palladium ist ein weißes, hypoallergenes Metall und daher für empfindliche Haut unbedenklich. Wenn Kupfer- oder Nickellegierungen eine Reaktion auslösen, entscheiden Sie sich stattdessen für Schmuck aus Palladiumlegierungen. Auch Edelstahl in chirurgischer Qualität ist eine sichere Wahl.
Wenn Sie nicht sicher sind, welche Metalle die Reaktion auslösen, können Sie bei Ihrem Arzt einen Epikutantest (Pflastertest) durchführen lassen, um herauszufinden, auf welche Metalle Sie allergisch sind.
Testsets für zu Hause: Metallallergien
Wenn Sie ein Schmuckstück geschenkt bekommen haben, bei dem Sie unsicher sind, oder vielleicht antiken Schmuck geerbt haben, können Sie ihn zu Hause selbst testen. Ein Metalltest-Set können Sie online kaufen. Mit einem Wattestäbchen zeigt Ihnen das Set, welche Metalle in Ihrem Schmuckstück enthalten sind.
So verhindern Sie, dass Schmuck Ihre Haut grün färbt
Möchten Sie verhindern, dass Ihre Lieblingskette, Ihre Ohrringe oder Ihr Armband Ihre Haut in einem grellen Zombiegrün verfärben? Probieren Sie eine andere Körperlotion aus und sprühen Sie kein Parfüm auf die Haut in der Nähe Ihres Schmucks. Tragen Sie Ihren Schmuck nicht unter der Dusche, im Meer oder beim Sport, da er dann eher reagieren kann.
Wenn Ihr Lieblingsring Ihren Finger trotzdem immer wieder grün färbt, können Sie noch etwas tun: Tragen Sie ein paar Schichten klaren Nagellack auf den gesamten metallischen Teil auf, der mit Ihrer Haut in Berührung kommt, und lassen Sie ihn vollständig trocknen. So entsteht eine Barriere zwischen Metall und Haut, die eine Oxidation verhindert. Möglicherweise müssen Sie den Lack alle paar Wochen oder Monate erneuern.
Tipp: Tragen Sie ein paar Schichten klaren Nagellack auf den gesamten metallischen Teil auf, der mit Ihrer Haut in Berührung kommt, und lassen Sie ihn vollständig trocknen.
Um solche Reaktionen künftig zu vermeiden, wählen Sie Schmuck ohne Nickel und Kupfer, am besten aus reinem Silber oder mindestens aus 14 Karat Gold.

Feines Armband aus Sterlingsilber mit Unendlichkeitsschleife und Erbskette

